Flieg auf die Flugel deines Zyklus!

Flieg auf die Flugel deines Zyklus!

23 April 1595

Heute ist mein Geburtstag. Ich werde 31. Aus diesem Grund habe ich zwei Flaschen Wiskey gekauft, damit ich mit den Kollegen im Buro eins auf mein Geburtstag trinken kann. Schon am Morgen hatte ich so ein mulmiges Gefuhl. Als erstes hatte das Cafe am Buro geschlossen und ich musste durch die halbe Stadt rennen, um Plastikbecher zu besorgen. Endlich, habe ich welche gefunden…
Ich gehe durch die Burotur und sehe – der Boss – betrubt und so ein’ lange Fresse.
Was ist denn los? – frage ich ihn. Haben etwa die „Spurs“ verloren?
Der Boss namlich ist ein Fan von „Tottenham“ und wenn sie verlieren ist er die darauffolgende Tage wie erschlagen.
Ich schenkte ihm ein Wiskey ein, so oder so, sage ich, habe ich Geburtstag. Gleich wirkte er aber noch betrubter.
– Happy Birthday to U, William – sagt mir der Boss, – aber ich habe eine schlechte Nachricht fur dich. Jill hat mir alles erzahlt. Du bist gefeuert.
– Na, das auch noch. Was ist denn passiert? Jill und ich sind blos Freunde.
– Nur Freunde? – schrie er mich an. – Schwengerst du alle deine Freunde? Sie ist nur 16 Jahre alte.
Ich stand da wie erschossen. Jill – schwanger! Es ist unmoglich. Ich habe sie immer geschutzt…
– Boss, ich hab mit deiner Tochter nicht geschlafen. Und falls sie schwanger ist, bin ich nicht der Vater.
– Was willst du mir damit sagen? Dass meine Tochter eine Schlampe ist, ist das was du sagst? Pack dein Zeugs und verpiss dich!
Ich lie? mein Wiskeyplastikbecher halbvoll und ging auf die frische Luft nach draussen. Ich fuhlte mich beschissen.
Mich ausgerechnet an meinem Geburtstag zu feuern. Mich – einer der talentiertesten britischen Copywriter, der Autor des gro?artigen Werbespots fur Damenbinden mit Flugel.
Mit diesem Spot habe ich sie alle in meiner Hosentasche gesteckt. Ich hab sogar den Preis beim Werbefestival gewonnen – mit dem genialen Werbeslogan: „Flieg auf die Flugel deines Zyklus!“
Und was nun?
Ich muss durchstarten. Nichts fur ungut. So ein wertvoller Typ wie ich, wird nicht lange ohne Arbeit bleiben.
Ich werde in der Agentur von Sir Mortimer Spike anrufen.

24 April 1595

Am nachsten Morgen rief mich Jill an. Total verheult. Sie hat erfahren, dass ich gefeuert wurde und fuhlte sich schuld daran. Sie lasse es nicht zu, dass sich ein Greis, sich auf dem Weg unserer Liebe hinstellen wurde.
– Hor auf mit dem Blodsinn – versuchte ich sie zu trosten. – Lass uns uberlegen wie wir es mit der Abtreibung machen.
Da begann sie noch mehr zu heulen. Sie wurde auf gar keinen Fall abtreiben, und das Kind wird sie behalten, wir sollten heiraten und aufhoren mit dem Quatsch.
Eine 16 jahrige zu heiraten! Na, das wird aber heiter. Ich murmelte etwas wie „wir reden spater“ und legte den Horer auf. Es sieht aus, als ob ich mir ein riesen Problem angetan habe.
Ich hab mich mit Sir Mortimer Spike verabredet.
Spike ist der typische Neureiche – um die 40, schleimiger Kerl ……. ubermutig. Vom Anfang an begann er sich uber mich viel zu sehr positiv uber mich zu reden und das lie? mich seine Ehrlichkeit anzuzweofeln.
– Ich hab viel uber sie gehort, Mr. Shakespeare – sagte Mortimer Spike – sie sind einer der talentiertesten Copywriter in London. Ich war sehr beeindruckt durch ihr Konzept von dem fliegenden Monatszyklus.
– Es ist nicht gerade fliegender Monatszyklus, Sir Spike.
– Morty! Nenne mich Morty. In meiner Agentur sind wir wie eine gro?e Familie. Ich wollte nur sagen, dass die Idee fur die Damenbinden…
– War ein Geniestreich! Ich hasse wenn man mich unterbricht, und es sah aus als ob dieser Typ nur seine eigene Stimme horen konnte.
– Ich freue mich sehr, dass du bei mir arbeiten willst, Bill. Darf ich dich Bill nennen? Ich hasse es wenn man mich Bill nennt. Mein Name ist William, Sir Mortimer.
– Na und wenn schon, irgendwie nennt man dich? Du wirdst nichts dagegen haben, wenn ich zu dir Bill sage. Du fangst mit 1000 Pound pro Woche an. Wow! Fur Tausend Pound pro Woche kannst du mich wie-auch-immer nennen.
– Ok, Sir Morti. Ich bin dann auf meine erste Aufgabe gepannt.
– Dein erstes Projekt ist ausgesprochen verantwortungsvoll, Bill. – sagte Morti und zundete sich eine dunne Zigarette an. – Ich habe der gro?te Reiseveranstalter auf der Insel – „Albiontours“ als Kunde gewonnen.
– Auf dem Werbemarkt
– Es ist ein sehr serioses Geschaft. Die mochten, dass wir eine Werbekampagnie fur ihre neue Destinationen machen. Es ist ein guter Job mit vielen Dienstreisen. Auserdem ist das eine neue Niesche auf dem Werbemerkt. Ein Neuland. Wahnsinns Herausforderung. Bin davon uberzeugt, dass du es schaffst.
– Was wollen sie genau?
– Sie werden es dir erklaren. Morgen um 10 habe ich fur dich ein Termin mit dem Marketingmanager Sir Tobi Johnson vereinbart. In seinem Buro in der Fleet Street. Und ziehe dir etwas normales an. Nicht das du dir auch morgen diesen Sabberlatz umbindest!
– Das ist kein Sabberlatz, sondern einen spanischen Kragen, Sir Morti!
– Ich wei? nicht was es ist, ziehe es aber aus, weil du damit wie ein Volltrottel aussiehst. Auf Wiedersehen!
Ich ging los begeistert und gleichzeitig etwas beleidigt. Vonwegen kann dieses Arschloch bestimmen, wie ich mich anzuziehen hab. Ist ihm uberhaupt klar, dass der spanische Kragen voll im Modetrend liegt? Sabberlatz… Der ist ein Trottel!

КОМЕНТАРИ

Коментара

Вашият коментар

Този сайт използва бисквитки (cookies), за да Ви предостави възможно най-доброто потребителско изживяване. Ако продължите да използвате сайта, то вие сте съгласни с това. Научете повече

The cookie settings on this website are set to "allow cookies" to give you the best browsing experience possible. If you continue to use this website without changing your cookie settings or you click "Accept" below then you are consenting to this.

Close